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Folge 2

Ich sah mir noch ein bisschen die Gegend an, bevor ich nach Hause ging um schon mal zu kochen. Ich träumte immer noch von dem Mann, der anscheinend Sven hieß. Er kam mir schon irgendwie bekannt vor, allerdings wusste ich nicht, wo ich ihn schon mal gesehen haben konnte. Schließlich schlug ich ihn mir aus dem Kopf. Als das Nudelwasser gerade zu kochen anfing kam Oliver  die Tür hinein. Er schmiss seine Jake auf den Boden und lief mir in die Arme. Wenn er nicht schon so groß wäre hätte ich ihn gerne auf den Arm genommen und durch die Luft geschleudert. Das mochte er immer als er noch ein wenig kleiner war. „Na, “,  begrüßte ich ihn, „ wie war es??“ . „Ganz gut! Aber morgen...morgen wird es toll. Da musst du mit kommen. Ich habe heute extra nur für dich trainiert. Morgen siehst du Sprünge, da kann sich der olle Martin Schmitt ne Scheibe von abschneiden“, sagte er und fing an zu grinsen. „Du kommst doch morgen mit, oder?“, fragte er mit einem treuen Dackelblick.  „Natürlich komm ich mit, wenn du es willst. Für dich tu ich doch alles“, antwortet ich und nahm ihn in den Arm. „Du bist toll. Ich hoffe Papa bleibt gaaanz lange weg. Dann  hab ich wenigstens eine Mama“. Seine Augen sahen auf einmal ganz traurig aus und mir viel auf die schnelle keine bessere Reaktion ein. „ Das essen ist jetzt gleich fertig. Magst du schon mal den Tisch decken?? Wenn du willst erzähl ich dir gleich eine Geschichte?“.  Ich gab ihm 2 Teller mit Löffel und Gabel und er ging langsam und vorsichtig ins Esszimmer. Das Abenessen an sich verlief ruhig, Oliver schaute ein wenig fern und wurde früh müde. Ich brachte ihn ins Bett und erzählte die lang ersehnte Geschichte. Das berühmt berüchtigte Ende „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ bekam er schon nicht mehr mit, da er schon im Land der Träume versunken war. Er schlief lange, schließlich waren Schulferien. Auch meine erste Nacht war sehr angenehm. Hinterzarten war wirklich sehr ruhig. Okay für Leute in meinem Alter nicht gerade toll, aber ein bisschen Erholung tut halt auch mal gut. Wir fuhren Vormittags nach Freiburg und kamen pünktlich um 15Uhr an der Adlerschanze an. Es war mächtig was los. Ich wunderte mich über den Andrang. Es waren viele junge Mädchen da. „Ist es hier immer so voll??“, fragte ich Oliver. Dieser schüttelte nur mit dem Kopf, gab mir einen Kuss und verschwand im Holzhäuschen um sich umzuziehen. Etwa eine Viertelstunde später kam er heraus. Stolz präsentierte er mir seine Skier und sagte: „Nici, stell dich am besten unten hin. Da kannst du alles perfekt beobachten. Wenn du willst bekommst du auch gleich ein Autogramm von mir“, und wieder legte er sein freches grinsen auf. Ich befolgte seinen Rat und ging hinunter. Dort standen, wie überall, viele junge Mädchen, die aufgeregt tuschelten und lachten. Plötzlich wurde es ganz still, ehe sie alle anfingen hysterisch zu werden, rumzuhampeln und einen jungen Mann Stift und Zettel in die Hand drückten. „Martin, bekomm ich ein Autogramm? ,„ Ein Foto bitte, Martin“ . Solche Sätze hörte man häufig. Das also war Martin Schmitt. Er muss es gewesen sein, denn sonst wären die Mädels nicht so aufgeregt gewesen. Ich stellte ihn mir größer vor, als er ist. Mit seiner Größe konnte ich es locker aufnehmen. Ich starrte hoch zu Schanze. Nun muss er doch langsam runter kommen, oder???, fragte ich mich. Ein Mann gab immer die Namen der jeweiligen Springer durch. Sie waren alle so unbekannt für mich und ich hoffte nur auf einen Namen: Oliver Goossens. Die Mädels drängelten wieder unheimlich. Ich schaute zur Menge und sah in die schönsten blauen Augen des Universums. Sie trafen meine und wollten sie nicht loslassen. Mir wurde heiß und kalt und ich dachte ich hätte aufgehört zu atmen. Die schönsten Augen blieben ebenfalls reglos stehen. Mir fiel auf, dass es der Wundertyp aus dem Supermarkt war, als ich plötzlich den Namen von Oliver hörte. Ich schaute gespannt. Doch plötzlich stockte mir der Atem...

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